Die Bodenarbeit 

Heute starten wir die Reihe mit der Bodenarbeit. Die Bodenarbeit muss man bei der Jungpferdeausbildung sowieso machen. Allerdings ist es oft so, dass wenn das Pferd im Beritt war bzw. schon ausgebildet ist, diese kaum noch gemacht wird. Ich will euch die Bodenarbeit etwas näher bringen. 

Die Bodenarbeit sollte man unbedingt mit Jungpferden machen, wenn ihr das Pferd neu habt um euch kennen zu lernen, um dem Pferd Abwechslung zu bieten usw. – dadurch schont ihr auch den Rücken eures Pferdes und könnt mit bestimmten Training die Rückenmuskulatur stärken. Es gibt viele Gründe für die Bodenarbeit. 

Allgemein!

  • Vertrauen aufbauen

Vertrauen zwischen Pferd und Mensch ist mit das Wichtigste. Ihr solltet euch gegenseitig vertrauen können. So wird die restliche Arbeit zwischen euch um einiges erleichtert.

Aber wie verschafft man sich vertrauen?

Eigentlich ist die Antwort sehr einfach. In erster Linie: 

seid fair, geduldig und konsequent

zu eurem Pferd. Die Umsetzung ist allerdings nicht immer so einfach – wie man leider sehr oft sieht.

Fair sein und Geduld: macht euer Pferd in euren Augen einen Fehler, dann bleibt ruhig und werdet nicht laut. Das Pferd versteht oft nicht was ihr wollt oder wieso soll es z. B. jetzt still stehen. Versetzt euch öfters in die Lage eures Pferdes. Wenn es etwas „falsch“ macht bleibt ruhig und überdenkt, ob es für das Pferd auch verständlich war. Wenn das Pferd sich am Putzplatz mal zur Seite stellt, dann lasst es. Ihr steht doch auch nicht 30 Min. gleich und still auf einem Fleck. Und wenn dann könnt ihr es leicht korrigieren und sagen du darfst dich etwas hin u her bewegen aber nicht ganz seitlich stellen ect. Nemmt nicht alles so streng – es sind Lebewesen die bewegen sich nun mal. Lernt es dem Pferd durch ruhige Wiederholungen, dass es stehen bleiben soll und es wird schnell verstehen was ihr von ihm wollt.

Korrigiert das Pferd wenn es sein muss aber ruhig. 

Beispiel:

Am Putzplatz steht das Pferd weit hinten und zieht am Strick ect. Häufig hört man dann „hör auf jetzt…bleib stehen…geh schon nach vorne…“ und dan wird am Pferd gedrückt und vielleicht noch auf die Hinterhand/Kruppe gehauen.

Bindet das Pferd bzw nehmt den Strick, übt Druck auf die Schulter/Vorhand aus indem ihr das Seil in dem Bereich in der Luft schwingt und das Pferd geht nach vorne. FERTIG. Ohne ziehen ohne schimpfen ect. Eigentlich so einfach. Und das in so vielen Bereichen! Ich wollte mit dem Bespiel nur zeigen, wie einfach es oft für beide sein kann. Natürlich geht das nicht immer – aber oft!

Und genau das verschafft euch vertrauen, weil das Pferd merkt du bist ruhig und fair, du erklärst es so, dass es versteht was du willst. Versteht ein Pferd, was du willst, kann es dir auch eher Vertrauen.

  • Konsequent

Seit im Umgang mit dem Pferd IMMER konsequent. Darf es etwas nicht, dann darf es das NIE!

Beispiel:

Pferd aus der Hand füttern. Ihr wollt, dass das Pferd das nicht macht und auch nicht bettelt.

Normaler Tag, normale Stimmung das Pferd bekommt nichts aus der Hand.

Nächster Tag sehr gut gelaunt, das Pferd ist heute super süß und vielleicht ist noch jemand dabei. So das Pferd bekommt heute mal ne Möhre!

Nächster Tag, normaler Tag. Das Pferd bettelt leicht weil vielleicht bekommt es ja wieder ne Möhre. Aber nein – heute nicht.

Nächster Tag…wieder alles sooo süß und brav und ach eine Möhre geht schon noch.

Nächstee Tag das Pferd will ne Möhre und bettelt allerdings ist die Besitzerin nicht so gut gelaunt und „bestraft“ das Pferd fürs betteln (am Seil ziehen usw).

Das Pferd versteht das Verhalten absolut nicht. Einmal ne Möhre einmal Bestrafung. Das verunsichert ein Pferd und es kann dich nur schwer einschätzen. Streicheln – bestrafen, einmal ja einmal nein.

Wenn das Pferd etwas nicht darf dann bleibt dabei!

Mit der Bodenarbeit erzieht ihr euer Pferd. Manche Pferde sind brav im Umgang und andere wiederrum frech. Natürlich hat jedes Pferd seinen eigenen Charakter und das ist auch gut so. Aber Charakter und respektlos sein sind zwei paar Stiefel. 

Versetzt euch so oft es geht in die Lage des Pferdes, klappt etwas nicht dann überdenkt was könnte es gewesen sein? Hatte das Pferd einen schlechten Tag oder du? War es verständlich oder hatte es keinen Bock? Viel Erfolg!

Eure Manu 💚

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